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Die 3 Gesichter des Traumas


Schock‑, Entwicklungs ‑ und Komplextrauma




Schocktrauma – wenn das Leben in Sekunden zerbricht

Ein Schocktrauma entsteht durch ein einzelnes, überwältigendes Ereignis. Dazu gehören:

  • Unfälle

  • Naturereignisse

  • medizinische Notfälle

  • plötzliche Verluste

  • Gewalt- oder Bedrohungssituationen

Das Nervensystem wird dabei abrupt überflutet. Häufige Folgen sind:

  • anhaltende Alarmbereitschaft

  • Schlafstörungen

  • Flashbacks

  • körperliche Symptome wie Herzrasen oder Zittern

  • das Gefühl, „nicht mehr derselbe Mensch zu sein“

Schocktrauma ist oft gut behandelbar, wenn frühzeitig regulierende und stabilisierende Methoden eingesetzt werden. Körperorientierte Verfahren, Atemarbeit und traumasensible Psychotherapie helfen, das Nervensystem wieder in Sicherheit zu bringen.


Entwicklungstrauma – wenn etwas gefehlt hat, das eigentlich selbstverständlich sein sollte

Entwicklungstrauma entsteht nicht durch ein einzelnes Ereignis, sondern durch das andauernde Fehlen von emotionaler Sicherheit in der Kindheit. Dazu gehören:

  • fehlende Bindung oder emotionale Zuwendung

  • unvorhersehbare oder überfordernde Bezugspersonen

  • chronischer Stress im Familiensystem

  • Vernachlässigung oder subtiler emotionaler Missbrauch

Diese Erfahrungen prägen das Nervensystem in einer Phase, in der es sich noch entwickelt. Typische Folgen im Erwachsenenalter sind:

  • Schwierigkeiten, Nähe zuzulassen

  • ein instabiles Selbstwertgefühl

  • Überanpassung oder ständige Selbstkritik

  • das Gefühl, „irgendetwas stimmt mit mir nicht“

  • diffuse Ängste oder innere Leere

Entwicklungstrauma ist leise – und gerade deshalb so wirksam. Die Heilung beginnt oft damit, innere Muster zu erkennen und neue, sichere Beziehungserfahrungen zu ermöglichen.


Komplextrauma – wenn Trauma zur Lebensrealität wurde

Komplextrauma entsteht durch wiederholte, langanhaltende traumatische Erfahrungen – meist in der Kindheit, oft durch Menschen, von denen eigentlich Schutz erwartet wird. Dazu gehören:

  • chronische Gewalt

  • emotionaler oder körperlicher Missbrauch

  • wiederholte Demütigung

  • instabile oder gefährliche Bindungssysteme

Komplextrauma betrifft nicht nur einzelne Erinnerungen, sondern die gesamte Identitätsentwicklung. Häufig zeigen sich:

  • starke emotionale Schwankungen

  • Dissoziation

  • Schwierigkeiten, Grenzen zu spüren

  • tiefe Scham- oder Schuldgefühle

  • Probleme in Beziehungen

  • chronische körperliche Beschwerden

Die Behandlung erfordert Zeit, Stabilität und eine fein abgestimmte therapeutische Begleitung. Ziel ist nicht, „alles zu vergessen“, sondern innere Sicherheit, Selbstwirksamkeit und ein neues Körpergefühl aufzubauen.


Warum diese Unterscheidung so wichtig ist

Viele Betroffene fragen sich, warum sie „nicht einfach darüber hinwegkommen“. Die Antwort liegt oft darin, welches Trauma vorliegt. Jede Form hat eigene Dynamiken – und braucht eigene therapeutische Wege.

  • Schocktrauma verlangt Stabilisierung und Entladung.

  • Entwicklungstrauma braucht Beziehung, Nachnährung und innere Neuorientierung.

  • Komplextrauma erfordert ein behutsames, mehrschichtiges Vorgehen, das Körper, Psyche und Identität einbezieht.

Wenn wir verstehen, was unser Nervensystem erlebt hat, entsteht Raum für Mitgefühl – und für Heilung.


 
 
Medizin

Heilpraktikerin Nicolette Kolev
Praxis für Integrative Medizin

 Psychotherapie            Akupunktur           Schmerztherapie
Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt, Esslingen, Stuttgart



 

Kanalstr.6

70771 Leinfelden-Echterdingen

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